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Kein Fußball mehr in Kloster Zinna

Posted on 6. August 2024 by NOFB

Fußball und Land – das gehört eigentlich zusammen. Im Grunde gibt es auf jedem Dorf einen Platz, auf dem gekickt und anschließen gefeiert werden kann. Doch seit einigen Jahren gibt es einen stetigen Wandel, der zur Abmeldung von immer mehr ländlichen Mannschaften führt. Dies hat vor einigen Jahren auch das knapp 1.000 Einwohner zählende Kloster Zinna getroffen. Bereits zum Ende der Saison 2017/18 wurde das letzte Jugendteam des SV Einheit aus dem Spielbetrieb genommen, da nicht mehr genug Spieler begeistert werden konnten. Seither lag der Sportplatz brach, bis vor etwa zwei Jahren ein Hundesportverein diesen übernommen hat.

Demografischer Wandel hinterlässt auf dem Land seine Spuren

Es war die übliche Situation. Viele junge Menschen sind in den vergangenen Jahrzehnten wegen der Arbeit aus Kloster Zinna weggezogen. Diese und vor allem deren Nachwuchs fehlt nun, um die Mannschaften mit ausreichend Spielern aufzufüllen. Dazu kommt dann noch, dass viele Einwohner nicht mehr vor Ort arbeiten. Stattdessen wird täglich in die Großstädte Berlin, Potsdam sowie Leipzig für den Broterwerb gependelt. Und wer täglich zwölf, dreizehn Stunden unterwegs ist, hat dann meist nicht mehr die Kraft und Zeit, um sich am Training oder an den Wochenenden an den Spielen zu beteiligen. In einer solchen Situation fehlt es dabei nicht nur an Spielern. Es braucht ebenso Trainer, Betreuer, Platzwarte und Funktionäre, die einen Verein am Leben halten. Oder einfach nur Fahrer, die die großen Distanzen auf dem Land überbrücken und zum Beispiel Kinder zum Training abholen oder zu den Spielen bringen. Der Fußballkreis Dahme/Fläming bietet dabei von Miersdorf/Zeuthen, Ludwigsfelde, Ruhlsdorf, Dahme bis nach Teupitz/Groß Köris schon enorme Entfernungen.


Der Sportplatz von Kloster Zinna wird heute für Hundesport genutzt.

„Der Schritt fiel schwer, aber er ist notwendig. Nun herrscht endgültige Leere auf dem Sportplatz in Kloster Zinna. Inwiefern es noch einmal aktives Treiben auf dem Sportplatz geben wird, steht in den Sternen“, war zum Abschluss auf der Vereinsseite des SV Einheit Kloster Zinna zu lesen. Nun gut, Bewegung gibt es bekanntlich wieder auf der Sportanlage. Statt Fußballer dem runden Leder jagen nun jedoch Hunde ihren Stöckchen hinterher.

Vielleicht ändert sich dies in den kommenden Jahren noch einmal. Das alte Gut Kaltenhausen ist in den vergangenen Jahren aufwändig saniert worden. In den ehemaligen Stallanlagen sind viele schöne Wohnungen entstanden, in denen mittlerweile viele Familien mit Kindern leben. Die Einwohnerzahl ist damit sprunghaft um zwanzig Prozent gestiegen und vielleicht wird diese veränderte Situation zum Anlass genommen, um über einen Neuanfang beim SV Einheit Kloster Zinna nachzudenken.

„Ein Fußballsportverein ist auch immer Teil des gesellschaftlichen Zusammenhalts“

„Es ist sehr schade, dass wir nun seit einigen Jahren keinen Fußballverein mehr im Ort haben und durch die Verpachtung an den Hundesportverein so schnell auch keinen mehr bekommen werden. Ein Fußballsportverein ist auch immer Teil des gesellschaftlichen Zusammenhalts auf dem Land, welcher nun fehlt. An der Begeisterung für den Fußball kann es kaum liegen, da es viele Fans der unterschiedlichsten Vereine im Ort gibt und nicht wenige von ihnen regelmäßig in die umliegenden Stadien fahren. Vielleicht ergibt sich ja in fünf bis zehn Jahren ein Neuanfang, wenn sich dann mehr junge Leute für aktiven Sport interessieren“, äußerte sich Andreas Baade vom Förderverein Kloster Zinna zur aktuellen Situation im Ort.


Das Wappen des SV Einheit Kloster Zinna am Sozialgebäude verblasst wie die Erinnerungen an den Fußball im Ort.

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